ad publica veröffentlicht Studie zum PR-Ehrenkodex Code de Lisbonne

Bereits zum vierten Mal hat die Hamburger PR-Agentur ad publica im Rahmen einer Studie PR-Spezialisten auf Agentur- und Unternehmensseite zum „Code de Lisbonne“ befragt – mit zum Teil überraschenden Ergebnissen.

Hamburg, 8. Oktober 2014. Kennen PR-Fachleute die Verhaltensregeln ihres Berufsstandes und halten sie sich daran? Zwingt der wirtschaftliche Druck gerade Agenturen dazu, ethisch-moralische Richtlinien zu missachten? Weichen die oft unausgesprochenen Regeln in der Zusammenarbeit zwischen Journalisten und PR-Leuten dem neuen Wilden Westen der Social Media? Und wie verhalten sich PR-Profis wenn es um Blogger Relations geht? Diese und andere Fragen stellte ad publica knapp 1.000 Verantwortlichen für Öffentlichkeitsarbeit in Agenturen und Unternehmen unterschiedlicher Branchen und Größen im Rahmen einer Umfrage zum Ehrenkodex „Code de Lisbonne“. Zu den zentralen Erkenntnissen aus den Antworten der befragten PR-Profis (8,3 Prozent Rücklaufquote) zählen unter anderem die deutliche Bekanntheit des in die Jahre gekommenen Code de Lisbonne gegenüber z. B. dem aktuelleren neuen Deutschen Kommunikationskodexes sowie die von jedem Fünften unterstellte Käuflichkeit von Bloggern. Nach 2001, 2005 und 2010 ist dies die vierte Umfrage zum Thema, die die Hamburger Agentur für Öffentlichkeitsarbeit ad publica durchführt.

Code de Lisbonne bekanntester PR-Kodex
Mit 62 Prozent Bekanntheitsgrad unter den Befragten ist der Code de Lisbonne im Bewusstsein deutscher PR-Profis am präsentesten. Den neuen Deutschen Kommunikationskodex dagegen kennen lediglich 16 Prozent. Das überrascht, denn der Code de Lisbonne aus dem Jahre 1978 gilt zwar nach wie vor, aber für Deutschland haben alle wichtigen PR-Verbände im November 2012 den Deutschen Kommunikationskodex verabschiedet. Dieser soll die bisherigen Kodizes der Branche präzisieren, ergänzen und modernisieren. In der Branche scheint der neue Deutsche Kommunikationskodex jedoch trotz seiner Aktualität noch auf seine Durchsetzung zu warten. Übrigens: Die Kodizes sind zwar namentlich bekannt, inhaltlich aber lediglich der Hälfte der Befragten. Einzige Ausnahme bilden hier die Sieben Selbstverpflichtungen, die mit 93 Prozent überdurchschnittlich viele kennen. Auch ein Vergleich über die Jahre zeigt, dass die Bekanntheit des Code de Lisbonne grundsätzlich gestiegen ist, von 35 Prozent im Jahr 2001 bis zu 62 Prozent im Jahr 2014. 2010 kannten sogar 79 Prozent der Befragten den Code de Lisbonne.

Ehrenkodizes häufiger unterlaufen – Angebote für garantierte Erfolge nehmen zu
Obwohl Artikel 10 des Code de Lisbonne festlegt, dass vertraglich garantierte Erfolge verboten sind, geben 37 Prozent der Befragten an, dass ihrer Firma schon einmal ein PR-Angebot gemacht wurde, das vertraglich garantierte Erfolge beinhaltete. Nach 23 Prozent in 2001, 36 Prozent in 2005 und 26 Prozent in 2010 nimmt die Anzahl der Angebote mit garantierten Erfolgen also wieder zu, obwohl die Mehrheit der Branche diese ablehnt: 76 Prozent der Befragten finden es sinnvoll, dass vertraglich garantierte Erfolge nicht erlaubt sind. Waren es 2001 noch 73 Prozent, fanden es 2005 nur 55 Prozent und 2010 sogar nur 53 Prozent sinnvoll. In 2014 ist mit 76 Prozent wieder ein klarer Anstieg erkennbar.

Jeder Achte „kauft“ Blogger
Die Teilnehmer der Studie wurden auch gefragt, ob sie innerhalb einer PR-Aktion schon einmal Blogger incentiviert haben, damit sie einen Artikel verfassen, ohne dies als Kooperation kenntlich zu machen. 79 Prozent der Befragten antworteten mit Nein, 16 Prozent geben an, dass sie bereits die Arbeit von Bloggern honoriert haben. 76 Prozent halten die Incentivierung von Bloggern für einen klaren Verstoß gegen den Kodex, nur 19 Prozent sehen hier keinen Verstoß.

Die vollständigen Studienergebnisse finden Sie unten zum Download.

Teilnehmer der Umfrage
42 Prozent der Befragten sind in einer Agentur beschäftigt, davon 50 Prozent in einer PR-Agentur, 25 Prozent in einer Kommunikationsagentur, 12 Prozent in einer Fullservice-Agentur und 6 Prozent in einer Werbeagentur.

21 Prozent der Befragten arbeiten in einem Unternehmen, 63 Prozent davon in der Unternehmenskommunikation, 38 Prozent in der Presseabteilung.

45 Prozent der Befragten gaben an, dass sie in einer mittelständischen Firma arbeiten, 47 Prozent in einem kleinen Unternehmen bzw. als Freiberufler.

26 Prozent der Befragten sind länger als neun Jahre in ihrem Beruf beschäftigt, 18 Prozent sechs bis neun Jahre, 24 Prozent drei bis fünf Jahre und 27 Prozent zwei Jahre oder weniger.

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